Gemeinde Auerbach - Das Tor zum Bayerischen Wald Gemeinde Auerbach - Das Tor zum Bayerischen Wald

Großes Interesse am „Gemeindebau“ in Naturholzbauweise

Meldung vom 07.06.2024 Staatlich geförderter Wohnraum mit Arztpraxis - Regionale Wertschöpfung – Auerbacher Weg erfordert Mut

Foto: Robert Alfery
Sozialer Wohnungsbau mit Arztpraxis der Gemeinde Auerbach

Großes Interesse herrschte am Samstag bei der Aktion „Baustelle betreten!“ am Neubau des kommunalen Wohnungsbaus mit Arztpraxis in Naturholzbauweise in Auerbach. Die Aktion des Bundes Deutscher Architekten (BDA), Kreisverband Niederbayern-Oberpfalz, ermöglichte so der interessierten Bevölkerung einen Einblick in ein Musterbeispiel für nachhaltiges Bauen.

„Daseinsvorsorge ist nicht nur Kanal und Wasser“, ging Bürgermeister Gerhard Weber bei der Begrüßung auf die Beweggründe der Gemeinde für die Baumaßnahme ein. Es bedurfte geeigneter Räumlichkeiten, um die Landarztpraxis langfristig am Ort zu sichern. Die Planung der Arztpraxis wurde mit der Schaffung von staatlich gefördertem Wohnraum verknüpft. Nach den ersten Planentwürfen stellte sich die Frage nach dem Baustoff, die man im Gemeinderat mit „Holz“ beantwortete, da man diesen vor Ort vorfinde. „Die Auerbacher Waldbauern waren schnell zu begeistern“, ließ Weber wissen, womit der Grundstein für die ihm wichtige regionale Wertschöpfung gelegt war. 520 Festmeter Mondphasenholz wurden in den Auerbacher Wäldern geschlagen und im nahegelegenen Sägewerk geschnitten. Weber räumte ein, dass der Auerbacher Weg durchaus Mut erforderte.

„Architektur beginnt draußen“, ging Architekt Bert Reiszky auf den Standort und die Ortsrandlage des Objekts ein. Die vorhandenen Raiffeisengebäude sieht er als Dreiseithof, der sich mit dem Gemeindebau als „dörfliche Scheune“ zu einem Vierseithof schließt. „Eine regional typische ländliche Architektur“, so Reiszky. „Die Lärchenholzsäulen verleihen der Fassade die Wirkung einer äußeren Hülle“, stellte er zufrieden fest. Dadurch wirke das Gebäude trotz der Loggien kompakt. „Dabei handelt es sich um tragende Säulen, die eine statische Funktion erfüllen, informierte Reisky. Er betonte darauf bedacht zu gewesen zu sein, dass die überdachten Loggien je Wohnung räumlich getrennt voneinander liegen, um die Privatsphäre der Bewohner zu schützen. Von „alte und neue Bauweisen verbinden“ sprach Johannes Haidn von der bauausführenden Zimmerei Eiler aus Ringelai, die sich dem „Naturhoizbau“ verschrieben hat. Bei den anschließenden Besichtigungen gab es seitens des Architekten und des Zimmerers noch viel Wissenswertes über den Naturholzbau. So sind etwa die Holzrahmenwände mit diagonal vernagelten Brettern beplankt und ausgesteift und nicht etwa mit leimhaltigen Holzwerkstoffplatten. Die Holzmassivdecken bestehen aus miteinander holzverdübelten Balken. Auch die in der Zimmerei angefallenen Hobelspäne wurden im Bau verwertet, und zwar ummantelt mit Lehm als Hobelspan-Lehm-Dämmung. Somit ein Dämmstoff ohne toxische Behandlung. Auch der Brandschutz sei laut Architekt Reiszky beim Holzbau kein Problem. Holz sei zwar brennbar, entscheidend sei aber die Brandwiderstandsdauer. Die sei bei Holz besser als etwa bei Stahl, da dieser schmelze. Sogar der Aufzugsschacht des barrierefreien Hauses wurde in Holzbauweise erstellt. „Es ist nicht schwer, ökologisch zu bauen“, so Reiszky, „das Haus könnte ohne Weiteres wieder in seine Bauteile zerlegt und wiederverwertet werden“.

Von vielen fachkundigen Besuchern gab es Lob und Anerkennung für den mutigen Weg der Gemeinde Auerbach zum ökologischen Wohnungsbau. Dieser sollte vor allem in Zeiten des rasant fortschreitenden Klimawandels Schule machen.

Text und Bild: Robert Alfery

Kategorien: Allgemeine Infos

Cookie-Einstellungen

Wir verwenden Cookies, um Ihnen ein optimales Webseiten-Erlebnis zu bieten. Dazu zählen Cookies, die für den Betrieb der Seite und für die Steuerung unserer kommerziellen Unternehmensziele notwendig sind, sowie solche, die lediglich zu anonymen Statistikzwecken, für Komforteinstellungen oder zur Anzeige personalisierter Inhalte genutzt werden. Sie können selbst entscheiden, welche Kategorien Sie zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass auf Basis Ihrer Einstellungen womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.
→ Weitere Informationen finden Sie in unserem Datenschutzhinweis.

Diese Seite verwendet Personalisierungs-Cookies. Um diese Seite betreten zu können, müssen Sie die Checkbox bei "Personalisierung" aktivieren.